Arrival

arrivalcoverBild: Sony

Immer mal wieder ist mir sehr danach, Science Fiction zu goutieren. Und dass hier angeblich eine neue, spektakulär unspektakuläre, geistreiche Form des Science Fiction auf mich wartete, machte mich noch gespannter. Es hat sich gelohnt.
Viele Vöglein zwitschern, was für eine oberflächliche und unaufrichtige Zeitverschwendung der Film sei. Dem kann ich nicht in Gänze zustimmen. Was uns der Film sagen will, ist als Klammer gesehen eine simple und wattebauschige Botschaft. Er unterstreicht Zusammenhalt statt Abgrenzung und Isolation, das Gute und Positive als Ziel des Zusammenlebens und den Wert der Kommunikation. Während diese Botschaft für mich so kitschig wie momentan dennoch angebracht ist, ist es vor allem der letzte Punkt, der für mich den Reiz des Films ausmacht.
Mal wieder bin ich in die Falle getappt, in etwas meine Masterarbeit wiederzufinden. Das Konzept Zeit und die Existenz räumlich und gleichzeitig statt linear zu betrachten – alles ist gleichzeitig alles und damit auch gleichzeitig nichts – in diesem Film kommt dieses erstmal gewöhnungsbedürftig erscheinende Gedankenexperiment, das eigentlich keines ist, so rüber, dass es auch ein Publikum kapiert, das nicht monatelang zum Thema Digitalität recherchiert hat. Und so kommt mit der Wattebauschbotschaft ein zweites wohliges Gefühl hinzu: Das Gefühl, ein komplexes Thema begriffen zu haben. Und zwar in einer angenehmen Verteilung der Komplexität über die Länge des Films gemeinsam mit einer angenehmen Verteilung der Anspannung und Steuerung, wann dem Publikum sich Plot“twists“ andeuten. Ein wissenschaftlicher Feel Good Movie.
Und das ist es wohl auch, was die Vöglein so unerträglich finden. Auch ich bevorzuge Filme, die mir mehr geben als ein gutes Gefühl. Aber Arrival ist kein Popcorn-Rom-Com-Film. Arrival ist das gelungen, an dem Interstellar gescheitert ist.

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