La La Land

LLL d 29 _5194.NEFQuelle: Lionsgate

— for the english version please see below—

Dieser Film rettet das Kino! – So viel und so wenig habe ich zu „La La Land“ gelesen, bevor ich die erste Chance genutzt habe, ihn im Kino zu sehen. Bei einer Ladies Night Preview im Multiplex. Inmitten von Piccolöchen trinkenden Mädelsgruppen, die wohl im Glauben waren, eine Liebesgeschichte mit Ryan Gosling präsentiert zu bekommen. War ja auch irgendwie so, aber auf eine unerwartete Art und Weise. Und so verwundert es nicht, dass der Großteil der anwesenden Damen das ihnen Präsentierte mit Kopfschütteln als albern quittierte. Der Film verlangt, sich auf das einzulassen, was er erzählen möchte. Der Film ist eine Reaktion darauf, dass im digitalen Kino noch mehr als früher Bequemlichkeit, Altbekanntes und Bombast über die Narration gehen. Und das, obwohl La La Land vor allem davon lebt, die Welt des klassischen Hollywood zum Leben zu erwecken; die Traumfabrik, die ihrem Publikum Seifenblasenträume ein- und alles Negative ausredet. Eigentlich also eine Angelegenheit, die durchaus kritisch betrachtet werden dürfte, zumal als Erzähltechnik ausgerechnet das Musical gewählt wurde: DAS Filmgenre für Krisenzeiten, in denen diese verdrängt statt verarbeitet werden sollen. Diese Genrewahl hat mich den Großteil des Films sehr beschäftigt.

ABER: Eines unterscheidet La La Land vom klassischen Hollywood; und dieser Unterschied ist entscheidend! Hier sind Szenen zauberhaft und zuckersüß aber das Ergebnis dennoch ehrlich und schmerzhaft. Hier werden die nostalgischen Referenzen zur Phantastik Hollywoods gezogen und gefeiert, aber auch nüchtern vor die Wand gefahren. Hier wird das Musical auf den Boden geholt, aber der Aspekt beibehalten, der Hollywood zu dem macht, was es ist: Es erhebt die Herzen der Träumenden; Es zeigt, was das Kino vom Heimkino unterscheidet; Es zeigt, was Kino heute noch kann, was Kino immer schon konnte. Gerade deshalb wollte dieser Film den Piccolöchen-Damen etwas sagen, leider ist die Message wohl nicht angekommen. Aber mich hat er verzaubert.


This film will save cinema! – As much and as little I’ve read about La La Land before I took my first chance to see it at my local cinema. As a Ladies Night Preview in a multiplex. Surrounded by champagne drinking groups of bffs who expected to see a tomtom with Ryan Gosling. That’s sort of what they got but in an unexpected manner. So it’s not surprising that most of those ladies had nothing else to say but a shake of their heads as to how silly all of this seemed to them. This film needs its audience to listen to what it has to tell. It is a reaction to the fact that digital cinema – more so than ever – puts laziness, the same old and bombast before narrative. Admittedly, La La Land largely depends on reviving classic Hollywood; the dream factory that blows bubbles for its audience and takes away all that is negative in the world. So it can very well be looked at with a critical eye. Especially so since its genre of choice is the musical of all things. THE genre that in times of crisis helps to forget instead of processing. This choice puzzled me throughout most of the film.

BUT: There is something that sets La La Land apart from classic Hollywood and that difference is important! Scenes are magical and sweet as sugar but the result is still honest and painful. It’s a celebration of classic Hollywood and its imagination but also lets it run right up against the wall. The genre of musical is brought back to reality without losing what makes Hollywood Hollywood: It elevates the hearts of the dreamers; it shows the difference between cinema and home cinema; it show what cinema is able to create and always was. That’s why this film had a lot to say to those champagne drinking ladies but unfortunately the message seemed to have gotten lost on the way. I was enchanted nonetheless.

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