The Lobster

landscape-1431702953-the-lobster-teaser-poster-slice– for the english version please see below –

Singles haben 45 Tage Zeit, um eine/n Partner/in zu finden, sonst werden sie in ein Tier verwandelt. Wer bei diesem Abriss einer Filmhandlung nicht neugierig wird, ist im Marveleinerlei wohl gut aufgehoben.

Ich nehme es vorweg: Ich war ausnahmslos begeistert von diesem Film. Nicht einmal das sonst potentiell für mich nervende Voice-Over einer Erzählerstimme konnte mich kleinkriegen. Nicht einmal die britische, gewollt steife und „schlechte“ Art dieses vorzutragen konnte mich kleinkriegen. Nicht mal die durchweg auf die selbe Weise vorgetragenen Dialoge konnten mich kleinkriegen. Nicht mal die Wiederholungen dieser in der Erzählerstimme konnten mich kleinkriegen. Die steife, emotionslose Ernsthaftigkeit auf der Spracheben trifft auf eine genauso neutrale Uniformität auf der Bildebene. Und trotzdem ist der Film wie ein Gemälde. Die Bildaufbauten lassen Anlehnungen an berühmte Maler mehr als nur erahnen. Begleitet wird dies von einem Orchestersoundtrack, der die passende Stimmung erzeugt, in jeder verdammten Sekunde.

Die Geschichte profitiert in ihrer Skurrilität von dieser Nüchternheit, die mit einer überaus bitterbös trockenen und stumpfen Makaberheit getrumpft wird, bis zur teilweise überraschend expliziten Gewalt. Dabei wirkt sie wie eine Parabel auf mehrere gesellschaftspolitische Themen in Kombination. Das Umfeld in dem in The Lobster ein Lösungsansatz zelebriert wird ist brutal, in seiner Idee und seiner Umsetzung, und erinnert an eine Klinik, an ein Gefängnis oder Schlimmeres. Der Lösungsansatz dreht sich einerseits natürlich um einen demographischen Konflikt und die Tendenz zur Individualität, die vermeintlich der Auslöser sein soll. Aber auch darum, welchen Effekt Äußerlichkeiten auf das Zusammensein haben, und was eigentlich das Wichtige an Liebe, Sexualität, Glück ist. Was ist wichtiger: Zusammensein oder Glücklichsein? Wer darf das beurteilen? Und wer ist wirklich glücklich? Ist man zusammen wirklich weniger allein?


Singles have 45 days to find a (new) partner, otherwise they’ll be turned into an animal. Whomever isn’t intrigued by this synopsis may very well rest forever in the small space that ist the Marvel Universe.

i’ll admit it upfront: I was wholeheartedly excited by this film. Not even the voice over in the voice of a narrator bothered me (which it usually does). Not even the british, stiff, „bad“ way of narrating bothered me. Not even the dialogues which were spoken in the same manner bothered me. Not even the voice over repeating said dialogues bothered me. The stiff, emotionless earnestness in terms of speech is combined with a matching uniformity of the visuals. Still the film looks like a painting. The mis-en-scène is more than a reminder of famous painters. All of this is accompanied by an orchestral score which builds up the perfect mood, in every damn second.

The comedic plot benefits from this sober, bitter, dry and blunt macabre-ness, that sometimes tops itself in surprisingly explicit violence. In this it functions like a parable to numerous social and political topics. The environment of The Lobster celebrates a solution that’s brutal in its idea and implementation. On the one hand it’s about a demographic conflict and the increasing tendency of individuality which is supposedly to blame for it. But it’s also about the effect of the outer appearance on togetherness and what is really the important part in love, sexuality, luck. What is more important: Being together or being happy? Who decides on that? And who truly is happy? Does being together truly mean being less alone?

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