The Internet’s Own Boy: The Story of Aaron Swartz

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the_internet_s_own_boy_the_sto20141002152138– for the english version please see below –

Es gibt zwei Arten von Menschen, die nach Veränderung streben. Die eine Sorte blickt auf das was sie hat und versucht es zu behalten. Die andere Sorte blickt auf die anderen und versucht, ihnen das gleiche zu verschaffen. Der daraus entstehende Konflikt betrifft das ganze Leben, ob es nun geerdete Themen sind, wie die aus der Ausbeutung durch die westliche Welt entstehende und verschärfte Armut der restlichen Welt inklusive der Zerstörung jeglicher Lebensgrundlage außerhalb reicher Länder. Oder transzendenter wirkende Aspekte, die dagegen zu kämpfen haben, ein weiterer Spielball der geerdeten, ungerechten Welt zu werden. Das Internet ist ein Ding des Expertentums. Eine für den Großteil  der Welt unberechenbare Waffe. Die geerdete Welt des Kapitalismus versteht es gerade so weit, dass sie es schafft aus ihm Kapital zu schlagen und dennoch Angst hat, durch es Möglichkeiten zu verlieren, dieses noch zu vergrößern. Wenn diese Kombination aus Unverständnis, Gier und Angst auf Menschen wie Swartz trifft, entsteht ein Krieg der Weltanschauungen, ähnlich wie wir ihn gerade in den Konflikten Pegida/AfD vs „Gutmenschen“ oder Trump vs Sanders erleben. Es geht darum verständlich zu machen, wie wichtig Gleichheit für die Gesundheit dieses Planeten ist. Eine Einsicht, die  – obwohl 99 % der Weltbevölkerung von ihr profitieren würden – wie David gegen Goliath steht. Bezogen auf das Internet ist die Sache natürlich nicht so leicht und schwarzweiß wie ich es gerade beschreibe, auch wenn die beiden Pole bestehen bleiben. Dazwischen gibt es unheimliche viele Einzelpersonen, für die der Versuch die Regeln der „alten“ Welt auf die des Internets zu übertragen überlebenswichtig ist: Sämtliche Personen, die davon leben, dass ihre immateriellen Ideen in umgesetzter Form, in einem Buch, einem Film, einem Musikalbum, einer Zeitung etc. verkauft werden. Aber diese leiden weniger unter der Open Source Bewegung als unter dem amateurhaften Umgang der „alten“ Welt mit den Möglichkeiten des Internets. Ein Fehler, zu dessen Behebung so etwas wie Netflix durchaus beiträgt. Dieser Versuch der Behebung droht dennoch daran zu scheitern, dass Produzenten ihn entweder als solchen nicht erkennen oder etwas dafür geben müssten, um auf Dauer weiterhin etwas zu haben, es aber vorziehen, auf Risiko zu spielen und ganz oder gar nicht zu fordern. Der Druck der Produzenten auf Netflix VPN- und Proxyserver zu sperren wird sicherlich wieder mehr Konsument*innen in die Grauzone führen, anstatt zu erkennen, welches Potential an Umsatz hier verprellt wird. Aber natürlich gibt es auch hier wieder eine Einschränkung meiner Argumentation. Das Internet ist auch ein Ding des Expertentums, weil ihm wenig rechtliche Grenzen gesetzt werden können, schon gar nicht auf globaler Ebene. Wie sollen hier also berechtigte Interessen geschützt werden? Ist das aber wirklich eine Einschränkung meiner Argumentation oder liegt dahinter nur ein geschicktes Ausnutzen des rechtsfreien Raums für die Argumentation der Produktionsseite? Wird die Legalität nur so unattraktiv gemacht, um das Nutzen der Grauzonen zu verdammen, die Nutzer als verbrecherisch darzustellen, sie gegen Urheberrechsinhaber auszuspielen und so auf Dauer eine Regelung zu finden, die vor allem den Interessen der Produktion in die Hände spielt, weil sie die Möglichkeiten des Internets auf die der „alten“ Welt beschränkt? Aaron Swartz ging es in erster Linie nicht um diesen Aspekt des Konfliktes. Ihm ging es darum, das Internet zu dem zu machen was es ist: Ein nützliches Utensil für ALLE; eine Mündigmachung der Welt; ein Hersteller von Gerechtigkeit; ein Weltverbesserer. Die „alte“, Welt hat das nicht zugelassen. Auf eine niederschmetternde Art und Weise, die von dieser Dokumentation vortrefflich transportiert wird. Mal wieder steht man am Scheideweg zwischen Hoffnung angesichts solch großer Denker und Verzweiflung angesichts der Übermacht der Wenigen, gegen die die unterlegene Mehrheit mit aller Hoffnung nicht anzukommen scheint. Eine Beobachtung, die der Welt wie ein Zuckerguss überzogen werden kann. Und doch machen Kleinigkeiten Hoffnung, dass wir gerade im Begriff sind, auf den richtigen Pfad abzubiegen. Daran werde ich mich festhalten und jedem Anhänger der „alten“ Welt mit allen Kräften ins Gesicht brüllen.

There are two kinds of people looking for change. Some look at what they have and try to preserve it. Others look at everyone else and try to give them the same they’ve got. The conflict emerging from that is a part of life and all of its aspects. May it be the „simpler“ topics like western society taking advantage and destroying the rest of the world. Or may it be more transcendent topics that yet have to fight against sinking into the pit of the old „simply“ fucked up world. The internet is a thing of experts. Its a weapon which is unfathomable for the greater part of the world. The „simply“ fucked up world of capitalism gets it just about as far as to profit from it but not as far as to not be afraid of how it could prevent it from taking even more profit from it. When this combination of a lack of understanding, greed and fear collides with people like Aaron Swartz, it leads to a battle of views of the world, just as we are able to see right now with Pegida/AfD vs what they call the „Gutmenschen“ or Trump vs Sanders. It’s about making people see how important equality is for the sake of this planet. A perception which – even though 99% of the world’s population would benefit from it – is standing like David in front of Goliath. In terms of the internet things of course aren’t just as black and white as I’m describing them, even though the two polar opposites remain. Between them are tons of individuals who’s livelihood depends on the rules of the „old“ world being transferred onto the internet: Everyone who turns their immaterial ideas into books, films, music, newspapers etc. which are sold. But they don’t really suffer from the open source movement but from the „old“ world’s amateurish approach on the internet’s possibilities. A mistake that is slightly corrected by the likes of Netflix. A form of correcting that is still endangered by producers either not seeing its potential or their unwillingness to maybe give a little at first to maintain getting something in return, but preferring to go all in demanding all or nothing. The producer’s pressure on Netflix to ban vpn and proxy servers will surely make users return to grey zones of consumption, failing to see the signs that could have been turned into profit by taking into credit what the users actually want. But of course here’s another  limitation to my arguing I have to take into account. The internet is also a thing of experts because it can hardly be restricted by laws, let alone laws that work globally. How to protect interests in such an environment? But is this really a limitation to my arguing? Or is it a sneaky way of using the lack of laws to one’s advantage as an argument on the producer’s side? Is consuming legally made as unattractive as it is to force users into grey zones thus making them look like criminals, turning them against people trying to preserve their copyrights and thus on the long run making ground for rules which abide to the producer’s interests and constraining the internet’s possibilities to the ones of the „old“ world? Aaron Swartz didn’t fight for exactly that part of the conflict. He rather tried to make the internet what it was supposed to be: Useful to anyone and everyone; an enlightenment to the world; a provider of equality; a life changer. The „old“ world didn’t let him do that. In a devastating way that is admirably presented in this film. Once again we’re at the crossroads between hope given by such who think bigger and ahead and despair facing the power of the few which doesn’t seem to be beatable by the hope of so many. An observation that could be poured over the whole planet like icing. But still there are the tiniest moments that keep on giving hope that we’re about to turn onto the right track. I’ll hold onto that, taking from it the strength to roar into the face of everyone who wants to preserve the „old“ world.

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