Midnight Special

– for the english version please see below –

Ich war endlich mal wieder montags im Kino. In Oldenburg montags ins Kino zu gehen bedeutet für mich, sich zwischen einer der in den drei Kinos angebotenen Originalversionen zu entscheiden. Und diesmal – die Oscarkandidaten sind ja so gut wie durch – ging es endlich mal wieder ins echte Kunstkino. Gelockt hat mich der erste Satz der Beschreibung, in dem irgendetwas mit übernatürlich auftaucht. Da hab ich dann auch direkt aufgehört zu lesen, um hübsch unvoreingenommen zu sein. Man darf sich – trotz und gerade wegen des übernatürlichen Faktors – Midnight Special als geerdeten M. Night Shyamalan Film (mit dem Nightcrawler Soundtrack) vorstellen. Was lustig ist, weil die Natur in M. Night Shyamalans Filmen durchaus eine tragende Rolle spielt. Er hat denselben emotionalen Pathos der Zwischenmenschlichkeit, wenn der Vater seinen Sohn beschützend in seinen Armen hält, sie sich lange ernst in die Augen schauen und anschließend zunicken, garniert mit dem ein oder anderen Austausch von der Art „Dad.“, „I know.“. Das ist letztendlich aber nur auffallend und nicht weiter tragisch. Der Film verträgt das in seiner Thematik durchaus. Und die kommt für mich gerade als motivatorischer Heilsbringer, weil sie so schön zu meinem Masterthema passt. Der Sohn hat in diesem Fall nämlich übernatürliche Kräfte, kann telekommunikative Daten aus der Luft abfangen, Menschen eine andere Welt zeigen, Dinge mit seinen Gedanken zerstören. Der Film setzt sich mit einer extremen Steigerung unseres digitalisierten Lebens auseinander. Mit Immaterialität. Aber auch mit Spiritualität. Denn der Junge wurde ausgerechnet in eine extreme religiöse Gemeinschaft geboren, die ihn wohl als die Rückkehr des Messias ansieht. Aber Digitalisierung und Spiritualität liegen ja gar nicht so weit auseinander. Da braucht man sich nur mal die Vorstellungen neuer Apple-Produkte anzuschauen. Oder das vor kurzem veröffentlichte Bild von Mark Zuckerberg in Mitten der VR-Brillen-Meute. Und so geben wir uns alle vertrauensvoll in die „Hände“ einer Kommunikation und Funktionsweise der Gesellschaft, die wir weder anfassen, sehen noch verstehen können. Amen. Dennoch versucht der Film das Ganze an einer Stelle fassbar zu machen. Und das ist neben dem pathetischen Charaktergefüge ein weiterer Kritikpunkt meinerseits. Denn dieses Erfassen basiert doch auf arg klischeehaften Bildern der gesellschaftlichen Zukunft. Der Rest ist allerdings durchaus fesselnd. Eben weil die Thematik nicht einfach zu greifen ist und man das Ausmaß des Ganzen nicht vorhersehen kann. Wobei ich mich zum Schluss immer noch frage, was diese religiöse Gemeinschaft vor der Geburt des Jungen so getan hat.

I finally spent a monday at the movies again, which for Oldenburg means that I can choose between three films in the original version. Since most of the Oscar nominees have been shown in Germany by now, I managed to see a film at the arthouse venue again. What reeled me in was the first sentence of the movie’s description which included the word supernatural. I was immediatly sold and able to go see the film without any further information or building up of expectations. Midnight Special is – despite or rather because of the supernatural – kind of a more down to earth M. Night Shyamalan film (with the Nightcrawler score). Which is funny since earth, or rather nature, plays a not so insignificant role in M. Night Shyamalan movies. It has the same amount of pathos when it comes to the interpersonal communication, when the father protectively takes the son into his arms, they earnestly stare at each other for a while and finally just nod. Sometimes topped by dialogs like „Dad.“, „I know.“. But in the end that’s alright since the film’s plot actually takes that kind of pathos and puts it into its pocket of neverminds. And the plot is actually my motivational savior since it fits in with my master’s thesis. In this case the son has supernatural powers, is able to receive the telecommunicative data that surrounds us without any technological help, can show people another world and destroy things with his mind. The film deals with an extreme version of our digitalized society. With immateriality. But also with spirituality. Because of all things the boy was born into a group of religious extremists who see him as their new messiah. But digitalization and spirituality aren’t that far from one another anyway. Just look at the way Apple presents its new products or that recent picture of Mark Zuckerberg amidst a flock of people in VR-glasses. We put our trust into the „hands“ of a form of communication and society we cannot touch, nor see, nor understand. Amen. Still the film tries to make the matter approachable at one point. Another part besides the pathos I’m not highly fond of. Because it happens in such uninspirational, stereotypical ways. Everything else is highly exciting though. Because the matter is hard to get a grip on and it’s not foreseeable how far the plot will take the topic. Though I still wonder what the religious extremists did before the boy was born.

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