Oscars 2016

Unbenannt

— for the english version please see below —

Die Oscars stehen vor der Tür, und ich habe es in diesem Jahr nicht geschafft, alles zu sehen, was ich mir vorgenommen habe. Was aber auch daran liegt, dass ich mich beim besten Willen nicht dazu durchringen konnte, mir The Revenant anzuschauen. Auch wenn ich befürchte, dass Leonardo DiCaprio dafür tatsächlich mal den Oscar bekommen wird. Dazu ist das Thema des Films einfach zu uramerikanisch heldenhaft. Dennoch möchte ich noch drei Filme nachreichen, die ich in den letzten Monaten geschaut habe.

Da wäre zunächst mal Der Marsianer, der sich wohl nicht so einig ist, was er sein soll, und dem man den durch Guardians of the Galaxy begonnenen Trend anmerkt, den diegetischen Soundtrack aus einer anderen Dekade humoristisch einzusetzen. Ganz lustig war der Film dann auch, aber in einer seltsamen Melange mit Trauer. Wirklich störend aber war, wie das Problem gelöst wurde, einen einzelnen Menschen kommunizieren zu lassen, was er gerade technologisch kompliziertes tut. Bei Verschollen war es noch einfacher zu zeigen, wie Tom Hanks Feuer macht. Beim Marsianer bringt Matt Damon aber Chemie und Physik zum Einsatz. Etwas kniffliger. Die Lösung: Ein Videotagebuch für das der Gute Einträge hinterlässt, in denen er sein komplettes Handeln kommentiert. Und so wird aus einem Film eine Sportübertragung und aus mir eine wirklich genervte Zuschauerin, denn die Tonlage ist nicht sympathisch, sondern eher Die Sendung mit der Maus für Erwachsene. Mehr als nett zu sein, kann man diesem Film also von meiner Seite aus nicht attestieren. Aber immer noch besser als der nächste Kandidat: Bridge of Spies. Steven Spielberg ist nunmal Steven Spielberg. Ich hatte auf Spannung in einem Agentenfilm gehofft. Stattdessen habe ich Pathos bekommen. Nunja. Zu guter letzt Spotlight, der zwar auch ganz klassisch erzählt ist und ein moralisches Thema hat, mit dem er nicht weniger uminnovativ umgeht, aber dennoch mehr berührt als Bridge of Spies es bewerkstelligt. Das mag wohl am Cast liegen, der so namenhaft wie involviert und motiviert rüberkommt. Schauspielerisch ganz groß, so dass man – selbst wenn man weiß, dass am Ende keine große Überraschung steht, sondern nur eine Bestätigung von Bekanntem – trotzdem dabei mitfiebert, wie diese Leute Beweise für ihre Story finden. Nicht so toll wie The Big Short, weil einfach und schnörkellos, aber dennoch gutes Kino.

Alles Gesehene zusammengefasst habe ich selbst keinen großen Favoriten. Selbst wenn manche der Filme die ich gut fand in meinen Worten mehr hervorstachen als andere, habe ich nicht im Gefühl, welcher davon vorzuziehen wäre. Schaut man sich die Nominierten für den besten Film an, so vermisse ich zunächst Carol und durchaus auch Inside Out. Mit dem was ich habe und was ich gesehen habe, fiele die Wahl bei mir zwischen The Big Short, 
Brooklyn , Mad Max: Fury Road und Room und schließlich auf The Big Short. Wobei ich denke dass Mad Max eher mit The Revenant konkurrieren wird. Von den besten Hauptdarstellern habe ich nur zwei Kandidaten gesehen, hätte aber gerne noch schnell Steve Jobs nachgeholt. Alles andere als der Oscar für Leonardo wäre hier wohl überraschend, aber so oder so mag ich mir da kein Urteil bilden, weil mich sowohl Eddie Redmayne als auch Matt Damon nicht überzeugt haben und ich nicht einmal verstehe, wie Der Marsianer überhaupt so in die Nominierungen involviert sein kann. Bei der Hauptdarstellerin wird es dagegen schwierig. Bis auf die von Charlotte Rampling habe ich alle Leistungen gesehen. Für mich entscheidet es sich zwischen Cate Blanchett und Brie Larson. Und während mein Herz CAROL schreit, denke ich, dass Brie Larson das Rennen machen wird. Weitere Wünsche oder Vorhersagen wären müßig, aber ich wünsche mir abschließend dennoch, dass Mad Max viele Preise für Technik absahnt und somit der Backlash in Richtung „echtem“ Filmen unterstützt und ein Zeichen für die Gleichberechtigung von Digital und Analog, sei es materialistisch oder idealistisch betrachtet, gesetzt wird.

Only one day left until the Oscars and this year I actually didn’t manage to watch all of the movies which are up for an award. I just couldn’t get myself to go and see The Revenant even though it’s highly likely that Leonardo DiCaprio will finally take the Oscar home for this one (sadly). The film seems to be too much of an heroic american tale for that not to be the case. Nevertheless I’d like to write about three other films in the Oscar race I did see over the last few months. First of all there’s The Martian, which doesn’t seem to be too sure what kind of film it wants to be. But it clearly got Guardian of the Galaxy’s memo about including a soundtrack from a few dedaces ago as a comic relief. The film was quite funny alright but weirdly mixed with tragedy. What really bugged me was the way the film chose to communicate it’s progress. Granted, while it’s easy to show Tom Hanks making a fire in Cast Away, it is quite tricky to just show Matt Damon mastering physics, chemistry and biology and still keep the audience invested. Still, using a vlog and letting Matt Damon babble on and on about every tiny detail turned things into more of a sports broadcast and me more into one annoyed audience member. Especially since it feels more like surviving for dummies than taking the audience seriously. That’s why to me the film is nothing more than alright. But still it’s much better than Bridge of Spies. Steven Spielberg is Steven Spielberg is Steven Spielberg. I was looking for a thrilling spy flic. I got pathos. Yeah well. And then there is Spotlight, with a narrative style that is just as classic as the one in Bridge of Spies and a topic that is just as heavy on morality, but which – unlike Bridge of Spies – still succeeds in hitting the right buttons emotionwise. In addition to that the cast is so brilliant that it doesn’t even matter that there’s never an ending to predict but everything is out in the open from start to finish. The audience still gets reeled into the cast’s emotions. Not as good as The Big Short, because it’s much less creative, but still amazing cinema.

All in all I don’t have a clear favorite when it comes to the awards, even if my posts on this blog might suggest otherwise. Looking at the nominees for Best Picture the first thing that comes to my mind is the question: What about Carol? Or even Inside Out? Considering the films that are acutally nominated and taking into account only the ones I actually saw, I’d choose between The Big Short, Brooklyn, Mad Max and Room whilst finally picking The Big Short. But I’m well aware that the decision will most likely be made between Mad Max and The Revenant. In the case of Best Actor I only saw two of the films even though I would have loved to catch Steve Jobs in time for the ceremony. Still, anything else than a trophy for Leonardo would be too much of a surprise. But due to my lack of watched films I won’t pick favorites, even though I wasn’t too keen on Eddy Redmaine’s and Matt Damon’s performances and honestly don’t even see how The Martian made it to the Oscars. For Best Actress I’m in a whole other place, having seen all of the performances except for Charlotte Rampling’s. To me it’s a decision between Cate Blanchett and Brie Larson and while my heart is screaming CAROL, I think Brie will take it home. Any other predictions or wishes would be futile but I do wish for Mad Max to win as many prizes for the craft as possible and fuel the backlash towards a return to „real“ filmmaking and setting a sign for analog and digital to live happily next to one another, may that be in a materialistic or an idealistic way.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s