The Diary of a Teenage Girl

10919.org

Nachdem er mir von Menschen, die meinen Filmgeschmack gut einschätzen können ans Herz gelegt wurde, ging es heute in die Originalfassung von The Diary of a Teenage Girl, ohne dass ich auch nur eine Spur von Ahnung hatte, um was es geht oder wer mitspielt. Zusammengefasst habe ich meinen Endruck bei Nachfrage folgendermaßen: Recht explizit, aber vor allem in der Message interessant. Ich bin jetzt nicht super geflashed und muss den nicht unbedingt nochmal sehen, aber sehenswert ist er auf jeden Fall. Die schauspielerische Leistung: topp! Und zwar von allen Beteiligten. Die verschiedenen involvierten Emotionen kommen mitreißend und herzzerreißend rüber, je nachdem, um wen es geht. Worum es geht? Um sexuelle Entdeckung und Selbstbestimmung. Um Lust und Liebe. Um Eigenständigkeit und Abhängigkeit. Um Irritation und Manipulation.

Da ist die Hauptfigur: Die 15-jährige Minnie, die eine Affäre mit dem Freund ihrer Mutter beginnt und dabei ihre sexuelle Erweckung erlebt. Da ist Monroe, der 35-jährige Freund von Minnies Mutter, der sich anscheinend viel zu leicht den Avancen des Teenagers hingibt, am Ende aber derjenige ist, der mit seinen aufrichtigen Gefühlen sitzen gelassen wird. Da ist Minnies Mutter Charlotte, die früh geheiratet hat, sich nach der Scheidung aber dem chaotischen Liebes- und Drogenrausch der 70er hingibt. Minnie versucht lange den Schein zu bewahren, nur sexuell an Monroe interessiert zu sein, verhält sich dann aber doch wie eine eifersüchtige Freundin, um schließlich – nach einem äußerst heftigen Trip – zu bemerken, dass sie doch nur die Lust mit der Liebe verwechselt hat. Monroe, der 20 Jahre ältere und der Erwachsene in dieser „Beziehung“ scheint einfach in die Schublade der Machtausübung ablegbar. Interessanterweise stellt sich aber heraus, dass er tatsächlich aus Liebe und Liebeskummer lieber Abstand zu Minnie schaffen würde. Charlotte, die natürlich herausfindet, was ihre Tochter und ihr Freund hinter ihrem Rücken treiben, stellt sich in ihrer Abhängigkeit von Männern, in ihrer Verlorenheit, zwar als schwache (liebende) Frau, aber als starke Mutter heraus. Der Film endet mit Minnies Feststellung, dass sie im Gegensatz zu ihrer Mutter keinen Mann an ihrer Seite brauche, um glücklich zu sein. Ein positiv stimmender Abschluss. Allgemein gibt der Film eine auf weiblicher Seite sehr starke Message mit auf den Weg. Was daran liegen könnte, dass er auf der Graphic Novel einer Frau basiert und auch von einer solchen umgesetzt wurde. Übrigens unter Einbezug von zeichnerischen Animationen. Nicht geflashed, aber wegen der Geschichte und Moral dennoch ein Muss!

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