The Babadook

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Von The Babadook habe ich erst weniger mitbekommen und dann wenige Meinungen, die Enttäuschung zeigten. Später wurde mir bewusst, dass der Film sich ansonsten einiger Beliebtheit erfreut und ich habe meine Nerven dann doch kitzeln lassen. Ich denke auch zu verstehen, warum die ersten Meinungen enttäuschte waren. Diese Leute haben wohl einen lupenreinen Horrorfilm erwartet. Und The Babadook hat ganz klar Horrorelemente. Im Kern ist es aber eher psychologischer Suspense im Horrorkleid und bevor jetzt jemand sagt: Hä?! Aber Horror ist doch Suspense mit viel Blut! …. Ich habe Gründe, hier einen Unterschied zu machen. Und wer den Film noch sehen will, sollte hier vorerst aufhören zu lesen und nach der Filmsichtung wieder kommen, um mir dann zuzustimmen :p.

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Eine gewisse Monochromie, nackte Wände, flirrende Geigen, wuselndes Getier, flüsternde Stimmen, dunkle Schatten: The Babadook fängt langsam an und verspricht eine Fahrt des klassischen Horrorkarussels aufzunehmen. Und ich seh euch jetzt vor mir wie ihr sagt: Horror?! Guck ich eh nie! Aber glaubt mir, wenn ihr jemals doch mal wieder den kleinen Zeh ins Nerven gefrierende Wasser stippen wollt, nehmt einen Film wie The Babadook! Mal abgesehen davon, dass es sich hier in keinster Weise um Ekelsplattergore handelt – bei dem ich dann auch streiken würde – wird zur Hälfte des Films klar, dass das Genre hier nur Vehikel für etwas ganz anderes ist. Denn nicht nur Melodramen können ein passender Weg sein, das Innerste zu verkörperlichen und nach Außen zu kehren (looking at you, Melodram-Dozentin!) Eigentlich ist der Film ein Familiendrama. Mann/Vater verunglückt bei der Fahrt seiner in den Wehen liegenden Frau in die Klinik tödlich; Sohn wird eine erzieherische Herausforderung; Frau lebt einigermaßen zurückgezogen mit dieser Aufgabe. Die kindliche Angst des Jungen vor Monstern scheint besonders ausgeprägt und man wartet darauf, dass sich seine Mutter endlich dazu durchringt, Hilfe zu holen. Und dann lesen die beiden in Mister Babadook, einem Buch, das vorher wohl durch intensive Unauffälligkeit im Bücherregal glänzte und massiv creepy ist. Während die Panik des Jungen steigt, kann seine Mutter sie nur mit Mühe eindämmen, zumal die sich anhäufenden Hinweise auf eine reale Gefahr irgendwann auch ihre Mauer der Ignoranz durchbrechen. Und hier kommt der wichtige Plottwist: Das Problem ist nicht der Junge. Das Problem ist……………..eine letzte Chance, wegzuklicken………..wobei es vielleicht eh schon klar ist………….und ich auch der Meinung bin, dass der Film unter diesem Bewusstsein besser wird, weil es nicht darum geht erschrocken zu bleiben, sondern erschrocken zu sein über den Zustand, der vermittelt wird. Keine Angst vorm Unbekannten, sondern vorm Alltäglichen, meine Lieben!…….Also, das Problem ist natürlich die Mutter und ihre Überforderung, die ihr den Schlaf und schließlich den Verstand raubt. Und ich sag euch nicht, wies ausgeht…muahahahahaha! Jedenfalls, bipolar, depressiv..man könnte verschiedene Diagnosen aufstellen, für was der Babadook sinnbildlich steht. Eines ist klar: Er ist kein leicht zu bekämpfendes Monster; selbst das Bewusstsein seiner Nähe und Existenz schafft keine Fluchtmöglichkeit; seine Anwesenheit verändert Menschen und macht denen im Umfeld Angst. Man könnte ihn auch als generelle Metapher für dunkle Gedanken sehen. Wenn man ihm erstmal Einlass gewährt, gibt es kein Entrinnen mehr. So wird The Babadook zum Psychosozialdrama: Wie ist ein Leben zu gestalten zwischen Menschen, die gezwungen sind gedanklich auf der dunkleren Seite zu leben und Menschen, die diese Personen lieben, ihnen helfen wollen, aber ihnen auch ausgeliefert sind. Ein Thema, über das ich mir eh viele Gedanken mache. In diesem Sinne:

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