International Oldenburg Film Festival – Part 4

Gestern habe ich einen Film gesehen, der auch gut ins Festival gepasst hätte: Maps to the Stars. Wobei, eigentlich hat dem Festival ohne ihm nichts gefehlt, denn es ist, sehr schnell zusammenfassbar, ein langweiliger Film, in dem ab und an obskure Dinge geschehen. In diesem Sinne: Let Teil 4 begin!

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Cherry Pie, oh, Cherry Pie. So schöne Bilder, so schöne Szenen in Brighton, ein so schönes Sound-Design und eine noch viel schönere Darstellerin. Und an dieser Stelle fällt mir auf, dass mein System fehlerhaft ist und ich zu diesem Film eigentlich gar nicht so viel zu sagen habe, außer dem eben Gesagten. Und an dieser Stelle fällt mir mal wieder auf, wie viele Unsicherheiten sich für mich im geschriebenen deutschen Wort ergeben und wie egal es hier ist, denn ich werde nicht für meine Grammatik und Rechtschreibung beurteilt. Booyah! Jedenfalls.. In dem Film passiert original nichts. Fast nichts. Man wähnt bestimmte Dinge anhand der wenigen gesprochenen Worte, von denen viele Poesie sind. Ein Kunstfilm ohne experimental zu sein. Man kann versuchen zu erörtern, was daran Traum und Realität ist. (Bzw. Realismus, denn in Medien kann es ja gar keine Realität geben, sondern nur Realismus…..SHUT UP, MEDIENSTUDIUM!) Am Ende ist es ein schöner Film. Kein wirklich unterhaltsamer Film oder allumfassend bewegender Film. Dabei war ich überrascht, dass er mein Interesse und meine Aufmerksamkeit dennoch für eine volle Stunde gehalten und durchaus auch irgendwie gefesselt hat. Lag aber vielleicht auch daran, dass die Darstellerin mein altersmäßiger missing link zwischen Kate Winslet und Lily Loveless war.

Unbenannt

Unglücklicher Doppelbilder-Übergang. Nicht richtig durchdacht, das alles hier.

fever

Fever hat, soweit ich das richtig mitbekommen habe, eine besondere Erwähnung erhalten. Während die Macher selbst nicht sicher waren, was das nun bedeutet, denke ich, dass der Grund dafür in der Tatsache liegt, dass es sich um das Erstlingswerk eines jungen französischen Photographen handelt. Und vielleicht auch darin, dass es in dem Film um Erinnerungskultur, Schuld und Gewissen geht (Achtung: Zweiter Weltkrieg-Alarm). Fast schon lustig, weil ich genau zu dem Zeitpunkt absolut vertieft darin war, aus eben diesen Thematiken ein Hausarbeitsthema zu schnitzen. Allerdings hab ich mir von Fever etwas ganz anderes erwartet, der Ankündigungstext versprach mal wieder etwas, das nicht da war (gut, dass ich ansonsten nach meiner ersten, äußerst groben „was-will-ich-sehen“-Auswahl einfach in die Filme gegangen bin, ohne noch mal einen Blick darauf zu werfen). Jedenfalls sollte Fever eigentlich ein Crime-Thriller im Stil von Hitchcocks Rope sein. Und das Grundelement ist da. Ansonsten aber totale Nebensache. Es geht letztendlich nicht darum, ob man den Jungs auf die Schliche kommt. Es geht allein darum, wie sie mit der Tat leben. Und das wird dann mit dem Holocaust verquickt. Der Regisseur war sehr angetan, dass sein Film in Deutschland gezeigt wird. Er bewundert uns dafür, wie wir mit unserer Vergangenheit umgehen. In Frankreich sei kein Platz für einen ehrlichen Umgang mit Geschichte (Stichwort Algerien, würde ich meinen). Ich hätte ihm gerne erzählt – bei aller vorbildlichen öffentlichen Allergie gegen jede Spur von womöglich Intolerantem – wie beschissen die Deutschen eigentlich mit dem Thema Holocaust umgegangen sind, und wie die Fassade der öffentlichen Toleranz bröckelt und gerade ihren verschissenen wahren Kern zeigt.

lapse

Time Lapse ist – trotz Miss Meadows mit Katie Holmes – der wohl mainstreamigste Film, den ich auf dem Filmfest gesehen habe. Das Thema Zeitreise in Filmen verlangt geradezu danach, sein Hirn abzuschalten und sich einfach unterhalten zu lassen, ohne Sinn und Logik zu hinterfragen. Denn, obwohl nach allen bisher bestehenden wissenschaftlichen Theorien der Physik Zeitreise möglich sein MUSS, stelle ich mal ganz mutig die Hypothese auf, dass es noch kein Film geschafft hat, Zeitreise ohne logische Fehler zu behandeln. Ich habe mich den danach stattfindenden Gesprächen über eben diese Fehler in diesem Film enthalten, denn alles in allem war dieser für mich ein guter Film. Zeitreise, Fotoapparate, die in die Zukunft schauen können (was wird wohl auf dem nächsten Foto sein?) … Das ist eine Form von Suspense, die mir Freude bereitet. Und, das klingt jetzt sehr vermessen, ich freu mich einfach, wenn die Auflösung am Ende mich (noch) überrascht. Beziehungsweise, war mir gar nicht klar, dass der Film in diesem Maße aufgelöst werden wollte. Ich hab einfach darauf gewartet zu sehen, in welcher Reihenfolge alle Menschen in diesem Film sterben. Mein Gott, ich habe seit dem Start des Filmfestes so viele gleichzeitig kaltblütige, nebensächlich erscheinend verlaufende und dennoch markerschütternde Morde in Filmen gesehen…gut, dass ich keinerlei Optimismus zu verlieren habe. Und dann wäre da noch eine Gender-Feministen-Sache in diesem Film, über die ich gerne diskutieren würde. Aber das würde zu viel verraten.

10.000km1 10.000km2

Im ersten Film, den ich beim Filmfest gesehen habe, skypt Tonks mit Teddybäraugen in Spanien. 10.000 km erzählt eine moderne Liebesgeschichte mit modernen Medien. „But let me tell you upfront. This is not a“ … doch, ist es schon. Aber halt eine dieser (zu meiner Freude) immer mehr aufkommenden realistischen Betrachtungen von Beziehungen, die Arbeit und Kommunikation bedürfen. Und die Kommunikation besteht hier aus (durchaus auch verpixelten) Skype-Video-Telefonaten und Whats-App-Unterhaltungen. Sie eine Engländerin, die für ihn seit Jahren in Spanien lebt. Er ein Spanier, der sie nicht für ein Jahr nach L.A. gehen sehen möchte, um in ihrer Karriere einen Schritt weiter zu kommen. Die beiden, die eigentlich schon beschlossen hatten, nach 8 Jahren nicht mehr auf DEN richtigen Moment zu warten, und es einfach mal mit dem Kinderkriegen zu versuchen. Kann man mit moderner Kommunikationstechnologie die Liebe über ein Jahr und viele tausende Kilometer retten? Oder liegt der Grund für Probleme dann nicht doch in der Beziehung an sich und Ferne und Technologie sind nur ein griffbereiter Sündenbock? In einem Film, in dem Kommunikation eine so gewichtige Rolle spielt, stützt sich natürlich alles auf Kommunikation. Ich mag aber tatsächlich Filme, in denen viel geredet wird. Der Einsatz der Technologien wurde dann auch noch gelungen umgesetzt. Ich hab dem Film trotzdem ein schlechte Note bei der anschließenden Abstimmung gegeben … weil ich zu doof war, das Abstimmungsverfahren zu verstehen.

Coming up in „Katti erzählt vom Filmfest“: W.T.F.?!

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